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Branchenfokus: Zement & Baustoffe

CBAM für Zement-Importeure

Zement ist eine der ersten und am stärksten regulierten CBAM-Warengruppen. Die unvermeidbaren Prozessemissionen aus der Kalzinierung machen Zement zu einer Schlüsselbranche für den CO₂-Grenzausgleich.

Mit typischen Emissionen von 0,6–0,9 t CO₂ pro Tonne und einem EU-ETS-Preis von 70 EUR/t entstehen CBAM-Kosten von 42–63 EUR pro Tonne Zement — erheblich für große Importvolumina.

Betroffene Zementprodukte im Überblick

CBAM erfasst Klinker und alle wesentlichen Zementtypen aus Drittländern. Die Unterscheidung nach KN-Codes ist für die korrekte Emissionsberechnung entscheidend.

Zementklinker

KN 2523 10

Halbfabrikat der Zementherstellung — höchste Emissionsintensität, da keine Zusatzstoffe den Klinkeranteil verdünnen. Gesamte Kalzinierungsemissionen werden zugerechnet.

ca. 0,85 t CO₂/t

Portlandzement

KN 2523 21 / 2523 29

Häufigster Zementtyp mit hohem Klinkeranteil (95 %+). Wird in weißer und grauer Variante importiert. Enthält nur wenige Zusatzstoffe.

ca. 0,75–0,85 t CO₂/t

Aluminatzement

KN 2523 30

Spezialbindemittel für Hochtemperaturanwendungen und feuerfeste Betone. Abweichende Rohstoffe führen zu anderen Emissionsprofilen.

ca. 0,70–0,90 t CO₂/t

Schlacken- & Mischzement

KN 2523 90

Hochofenzement (Hüttensand-Anteil bis 95 %) und Puzzolanzement. Geringerer Klinkeranteil bedeutet deutlich niedrigere Emissionen.

ca. 0,35–0,65 t CO₂/t

Beachten Sie: Der Klinkeranteil Ihres importierten Zements bestimmt maßgeblich die CBAM-Kosten. Hochofenzemente mit hohem Hüttensandanteil sind deutlich günstiger als reiner Portlandzement. CBAM Software berechnet die Emissionen automatisch je nach Produktzusammensetzung.

Emissionsberechnung: Prozess- und Energieemissionen

Die Zementherstellung kombiniert zwei grundlegend verschiedene Emissionsquellen: die chemisch unvermeidliche Kalzinierung und die energiebedingten Verbrennungsemissionen. Beide werden bei CBAM vollständig erfasst.

Prozessemissionen (Kalzinierung)

Bei der Umwandlung von Kalkstein zu Klinker wird CO₂ chemisch freigesetzt: CaCO₃ → CaO + CO₂. Diese Reaktion ist physikalisch-chemisch unvermeidlich und unabhängig vom verwendeten Brennstoff. Sie macht 60–65 % der Gesamtemissionen aus und ist das Herzstück der CBAM-Berechnung für Zement.

Anteil: ~0,52 t CO₂ pro Tonne Klinker

Energieemissionen (Brennstoff & Strom)

Emissionen aus der Verbrennung von Kohle, Gas oder Abfallbrennstoffen im Drehrohrofen sowie aus dem Stromverbrauch für Mühlen und Förderanlagen. Der Wechsel zu alternativen Brennstoffen (z.B. Biomasse, Abfallbrennstoffe) senkt diesen Anteil signifikant.

Anteil: ~0,25–0,40 t CO₂ pro Tonne Klinker

Typische Emissionswerte im Vergleich

Zementklinker (rein)0,85 t CO₂/t
Portlandzement CEM I0,78 t CO₂/t
Portlandzement CEM II0,65 t CO₂/t
Hochofenzement CEM III0,45 t CO₂/t
Puzzolanzement CEM IV0,50 t CO₂/t

Standardwerte vs. individuelle Emissionsdaten

Die EU-Standardwerte für Zement basieren auf dem europäischen Branchendurchschnitt und liegen meist über den tatsächlichen Emissionen moderner Werke. Viele Hersteller in der Türkei oder Ägypten nutzen effizientere Drehrohröfen als ältere EU-Anlagen. Mit individuellen Lieferantendaten weisen Sie die tatsächlichen, oft niedrigeren Emissionen nach — und zahlen entsprechend weniger CBAM.

CBAM Software für Zement-Importeure

Von der Klinker-Emissionsberechnung bis zum fertigen EU-Bericht

Klinkeranteil-Berechnung

Automatische Berechnung der Emissionen nach Klinkeranteil und Zementtyp — für jede CEM-Klasse korrekt.

Prozessemissions-Datenbank

Hinterlegte Standardwerte für alle Zementtypen nach CBAM-Durchführungsverordnung.

Hersteller-Anfragen

Strukturierte Emissionsdaten-Anfragen an Ihre Zementwerke mit konformem Nachweisformat.

Quartalsberichte

Automatisch generierte Übergangsberichte für das EU-CBAM-Portal — pünktlich und korrekt.

FAQ

Fragen zu CBAM und Zement

CBAM betrifft Zementklinker (KN-Code 2523 10), Portlandzement (2523 21/29), Aluminatzement (2523 30) und Schlackenzement (2523 90). Auch Weißzement und gemischte Zemente sind erfasst, sofern sie aus Drittländern importiert werden und die relevanten KN-Codes tragen.
Prozessemissionen entstehen bei der Kalzinierung von Kalkstein (CaCO₃) zu Klinker: CaCO₃ → CaO + CO₂. Diese chemische Reaktion ist unvermeidlich und unabhängig vom Energieträger. Sie macht 60–65 % der Gesamtemissionen bei der Zementherstellung aus — und ist damit die dominante CO₂-Quelle. CBAM berücksichtigt diese Prozessemissionen vollständig.
Bei einem EU-ETS-Preis von 70 EUR/t CO₂ und typischen Emissionen von 0,7 t CO₂/t Zement betragen die CBAM-Kosten ca. 49 EUR pro Tonne Zement. Für Klinker liegen die Kosten wegen des höheren Klinkeranteils etwas höher. Mithilfe individueller Emissionsdaten Ihrer Lieferanten können diese Kosten oft um 10–25 % gesenkt werden.
Bei Klinker werden die vollständigen Produktionsemissionen berechnet. Bei Fertigzement sind die Emissionen proportional zum Klinkeranteil zu berücksichtigen: Ein Portlandzement mit 95 % Klinker hat andere Emissionswerte als ein Hochofenzement mit 35 % Klinker. CBAM Software berechnet diese Aufteilung automatisch nach Ihrer Produktspezifikation.
Ja: Importe aus Ländern mit einem vollständig gleichwertigen CO₂-Bepreisungssystem können von der CBAM-Zahlung befreit sein. Aktuell betrifft das wenige Länder außerhalb des EWR. Für die meisten Zementimporte aus Asien, der Türkei oder dem Nahen Osten gilt keine Ausnahme — die volle CBAM-Pflicht greift.

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